Meine erste richtige Yogastunde nach der Geburt: Ein sanfter Neustart für Körper und Geist

Die erste Yogastunde nach der Geburt meiner Tochter liegt nun hinter mir. Fünf Monate nach der Geburt wieder zum Yoga zu gehen, hat sich für mich wie ein großer Schritt angefühlt. Ich war nervös – nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Mein Körper hat in den letzten Monaten so viel erlebt, so viel geleistet und sich so stark verändert, dass ich mir nicht sicher war, wie sich Yoga jetzt anfühlen würde.

In den letzten Wochen war ich zwar bereits beim Postnatal-Yoga mit meiner Tochter. Diese Stunden waren ein sanfter Wiedereinstieg und ein geschützter Raum, in dem der Fokus klar auf Rückbildung, Stabilität und dem behutsamen Wiederfinden der Körpermitte lag. Doch Postnatal-Yoga ist etwas komplett anderes als eine richtige Yogastunde. Es ist langsamer und sehr sehr vorsichtig und vor allem immer im Zusammenspiel mit dem Baby. Aufregend, aber eben nicht „meine Zeit“.

Diese Soft-Flow-Stunde war deshalb meine erste Yogastunde ganz für mich allein. Ohne Baby, ohne Rückbildungsfokus, ohne Unterbrechungen. Und genau das machte den Schritt so besonders.

Meine erste Yogastunde nach der Geburt – Ein Soft Flow, der mir Raum gegeben hat

Für meine erste Stunde habe ich mich bewusst für einen Soft Flow entschieden. Kein Leistungsdruck, kein schneller Vinyasa-Flow, bei dem man automatisch vergleicht, was früher möglich war und heute nicht. Und ich bin unglaublich froh darüber, denn genau das brauchte ich.

Zu Beginn der Stunde merkte ich sofort: Ich bin deutlich schwächer als früher. Bewegungen, die früher selbstverständlich waren, fühlten sich jetzt wacklig an. Meine Mitte ist noch nicht stabil, meine Kraftreserven kleiner. Das ist die Summe aus den letzten Monaten: weniger Bewegung am Ende der Schwangerschaft und die Regeneration nach dem Kaiserschnitt.

Früher hätte mich genau das frustriert. Ich hätte versucht, dagegen anzukämpfen oder es irgendwie zu kaschieren.

Heute nicht.

Die Erkenntnis: Ich muss meiner alten Form nicht hinterherrennen

Während ich mich durch die sanften Bewegungen atmete, wurde mir bewusst, wie sehr sich meine innere Haltung verändert hat.
Ja, ich bin schwächer.
Ja, vieles fühlt sich neu und ungewohnt an.
Und nein, das muss nichts Schlechtes sein.

Ich muss nicht verzweifelt versuchen, zu meiner „alten Form“ zurückzukehren. Ich bin nicht mehr dieselbe Person wie vorher. Meine Rolle als Mutter, die Geburt, die Heilung und die Wochen voller Nähe zu meinem Baby haben mich verändert.

Und anstatt das zu beklagen, kann ich es anerkennen. Es fühlt sich sogar befreiend an, nicht mehr gegen meinen Körper zu arbeiten, sondern mit ihm.

Ein besonderer Moment der Selbstfürsorge

Während ich dort auf der Matte lag, war meine Tochter mit ihrem Papa spazieren.
Allein diese Tatsache war für mich ein kleiner Luxus: ein Zeitfenster nur für mich, ohne Ablenkung, ohne Verantwortung, ohne das ständige Gefühl, präsent sein zu müssen.

Vielleicht hat gerade das diesen Moment so besonders gemacht. Es war nicht einfach eine Yogastunde, es war ein Stück Freiheit, Selbstfürsorge und Wiederannäherung an mein altes ich.

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